Re: Sei frei, sei Tempelhof


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Abgeschickt von Holz H. am 31 Maerz, 2008 um 15:12:18:

Antwort auf: Sei frei, sei Tempelhof von RS am 31 Maerz, 2008 um 15:11:03:


Dieser schöne? Kommentar stimmt für mich in neuer Form wieder die Nostalgie-Arie an. Bei einem Für und Wider (wenn es denn überhaupt ein echtes Wider außer dem sattsam bekannten "not in my backyard" gibt) zählt das aber wenig. Was mich zornig macht ist, dass repräsentative Demokratie zu repräsentieren hat und der Senat (und die Bundesregierung) für das Volk zu entscheiden hat und nicht gegen die Interessen des Volkes, und das das m. E. nicht geschieht. Heißt auch, dass ich nach dem Volksentscheid mit einer Mehrheit an Nein gegen THF gut leben könnte. Und das bedeutet für mich auch, dass jeder sich für oder wider ungestört und so viel und oft er will einsetzen darf. Ich versuche mich für THF einzusetzen. Nie aus Nostalgie.
Ich schreibe mal kein Für und Wider, sondern mal meinen Kommentar:
Mit Tempelhof erlebt Mensch eine Antivolk-Politik. Wirtschaft wird zerstört und Berlin auch. Ich darf erinnern, dass Berlin nach der Wende gnadenlos vom Subventionstropf abgenabelt und öffentliche Einrichtungen ausgelagert wurden. Dafür wurde Bonn an den Tropf gehängt, steht blendend da und würde sicher nicht die alten Zeiten akzeptieren.
Ich darf daran erinnern, dass Tegel perfekt entworfen und auf Verdoppelung hin gebaut wurde. Moskau und Hannover haben Tegel wegen der Perfektion danach kopiert. Der U-Bahnhof Jungfernheide dämmert einer Anbindung an Tegel dahin, perfekte Verschwendung. Die vorgesehene Verdoppelung von Tegel wurde durch geeigente Maßnahmen unmöglich gemacht, genau wie Tempelhof durch geeignete Maßnahmen entmietet wurde und dadurch gezwungen, gegen jede wirtschaftliche Vernunft zum Verlustbringer zu mutieren. Das ist für mich keine Verschwendung mehr, sondern Sabotage. Schlicht normal wäre gewesen, Tegel als Drehkreuz auszubauen und Tempelhof als Regionalflughafen zu optimieren. Normal in dem Sinne, das mir anvertraute Vermögen gewinnbringend zu nutzen.
Die kurz nach der Wende zugekaufte teure Erweiterungsfläche für Schönefeld war die erste Verschwendung für Schönefeld und nach den negativen Gutachten für diesen Platz jeder weitere Ausbau dieses Flughafens ein Skandal. Regierung hat nicht nur die Interessen des Volkes zu verfolgen, sie hat auch Vernunft walten zu lassen. Alle Abweichungen davon deuten auf Korruption.

Als Korumpierer kämen Frankfurt a.M. und die Lufthansa in Frage. Frankfurt Flughafen als größter hessischer Arbeitgeber ist auf Wachstum aus und muss gegen Berlin als Drehkreuz sein. Die Lufthansa sitzt in Frankfurt und hatte sich schon mal mit Umzugsplänen nach München vertan. Die richtige bundespolitische Entscheidung wäre Sperenberg als der zentrale deutsche Hub mit kontinentalem Gegengewicht zu London, Paris, Amsterdam und Zürich gewesen. Meiner Meinung nach ist das immer noch vor Fertigstellung von Schönefeld möglich, wenn man sich das neue Doha als Vorbild nimmt, ohne Finger zum Andocken mit nur einem zentralen "Busbahnhof" und (beispiellos) Riesendurchsatz ohne lange Wege. Schönefeld ist als Hauptstadtflughafen wegen Nachtflugbehinderung und Ausbauverbot von Anfang an eine Totgeburt und braucht die "Hilfe" von Tempelhof und, ehrlich, auch Tegel. Statt Verschwendung und Sabotage fällt mir hier nur bekloppt ein.
Runterfahren von Tegel, nicht Schließen, Hochfahren von Tempelhof für bis zu 60 Tonnen und Schönefeld für Ferienflieger und Militär wäre mein Vorschlag zur Nutzung von Volksvermögen, aber lieber noch ein Umschwenken auf Sperenberg als Kontinentflughafen, Tegel für Regierung und Tempelhof für Regionalverkehr.
P.S. Mal meine Anerkennung für Brussels Airlines, mit richtigem Gerät Tempelhof zu nutzen.




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